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Wegbeschreibung zum Permakultur-Park:

Von der Staatsstraße 2312 (ehemals B8) aus Marktheidenfeld kommend:
Auf der Höhe von Bischbrunn gibt es mehrere asphaltierte Feldwege, die links nach Bischbrunn abzweigen, aber nur einen mit Linksabbieger-Spur, an dem ein großes gelbes Straßenschild Richtung Bischbrunn weißt. Diesen Weg nehmen (Am Trieb) und immer gerade aus folgen (durch die Talsenke und über die Hauptstraße hinüber) bis man zu einem asphaltierten Verkehrsübungsplatz kommt. Dort am Rand oder auf der rechten Seite im Schotterstreifen parken.
Von hier aus zu Fuß den Feldweg weiter gerade aus hoch und den nächsten Feldweg rechts ab (dort steht auch ein Wander-Wegweiser in Richtung Sportplatz). Nun diesem Feldweg folgen, bis auf der linken Seite eine weiße Infotafel über den Permakultur-Park Bischbrunn erscheint.

Meistens halten wir uns in der Mitte des Geländes bei den Zelten/Pavillons auf. Also den Park noch ein Stück hinunter gehen.


Von Oberndorf auf der Haupt-Dorfstraße kommend:
einige hundert Meter nach dem kleinen unbebauten Bachgrund zwischen Oberndorf und Bischbrunn (Achtung, keine Ortsschilder vorhanden) weist ein kleines Holzschild auf der linken Seite, links den Berg hoch Richtung "Wanderheim". Dort entlangfahren bis zum Asphaltplatz. (Rest siehe oben)


Unter der Adresse „Am Trieb 15, Bischbrunn“ findet man über die Routenplaner im Internet direkt zu dem Asphaltplatz am Wanderheim. Einige Navi´s kennen die Nummer 15 allerdings nicht. Dann einfach zu „Am Trieb 1“ fahren und weiter den Berg zum Wanderheim hoch fahren.

Reise über den Permakultur-Park

(Als Begleit-Text, für eine selbstständige Erkundung des Geländes. Der Text kann hierzu gerne kopiert und ausgedruckt werden.)

 

Hintergründe

Im Sommer 2009 kauften wir das 33m breite und gut 350m lange Agrar-Grundstück. Damals befanden sich nur 6 ältere Apfelbäume auf der ansonsten ebenen Wiesenfläche. Seit dem gestalten wird das Gelände zu einer produktiven, ökologischen und essbaren Landschaft um. Unsere Ziele dabei sind: neue Lebensräume schaffen, essbare und anders nutzbare Erträge erwirtschaften, verschiedenste Experimente alternativer Bewirtschaftungsmethoden durchführen  und einen Schau- und Erholungs-Park mit und über Permakultur erschaffen.

Wir arbeiten dabei mit möglichst minimalem Aufwand und dem Motto: „möglichst wenig machen müssen, möglichst viel machen können“

 

Die kleine Reise über den Park beginnt an der oberen Info-Tafel. Hier können Sie sich auf dem Entwurfsplan einen ersten Überblick von der Anlage verschaffen. Die abgebildeten Skizzen erklären auch schon einige Elemente des Permakultur-Parks.

 

Folgen Sie nun dem schmalen Wiesen-Pfad, der sich durch die gesamte Anlage schlängelt. Bestimmt sehen Sie schon die beiden Hochbeete aus Lärchenholz und die beiden aufgeschütteten Erdwälle mit den anliegenden, jungen Obstbäumen. Dieser Bereich wird einmal ein „Ernteland“ werden. So wie „Blumen zum selber Pflücken“ nur mit Obst, Gemüse und Kräutern. Die Erdwälle dienen später einmal als begehbare Pflückhilfe für die Obstbäume. Nehmen Sie doch auf der Bank zwischen den Hochbeeten Platz. Hier kann bei einem Picknick dem Gemüse beim Wachsen zugesehen werden. Da die beiden Hochbeete momentan noch sehr exponiert stehen und dadurch einen wirklich hohen Wasserbedarf haben, wurde an der süd-westlichen Ecke eine Maulbeere gepflanzt. Ist sie etwas größer, schützt sie die Beete vor Wind und vor der starken Sommer-Sonne zwischen 13:00 und 15:00 Uhr. Es werden noch weitere Beete und viele Beerensträucher im Ernteland folgen.

 

Ungefähr 30 Schritte weiter entlang des Wiesen-Pfades, befindet sich rechter Hand eine sogenannte Sukzessionsfläche. Dieser Bereich wird in keiner Weise bearbeitet oder gepflegt, wodurch sich schon zahlreiche Wildgehölze angesiedelt haben. Hier kann im Lauf der nächsten Jahrzehnte beobachtet werden, welche Gehölzstrukturen entstehen, wenn eine Fläche einfach sich selbst überlassen wird.

 

Gleich im Anschluss befindet sich das erste Feuchtbiotop, das hier eine besondere Funktion erfüllt. Gemeinsam mit den angrenzenden Feldhecken in westlicher, nördlicher und östlicher Richtung, bildet es eine Wärmefalle. Die Durchschnittstemperatur auf der zentral gelegenen Anbaufläche wird dabei erhöht, was den Anbau von wärmeliebenden Pflanzen ermöglicht. Die Feldhecken müssen allerdings noch größer und dichter werden und auch ein paar Steinbiotope als Wärmespeicher fehlen noch.

Das Feuchtbiotop wurde lediglich ausgegraben und der Boden verdichtet. Von Jahr zu Jahr verschlämmen die feinen Öffnungen in der Erde mehr und es wird immer dichter. Auch die Sumpfpflanzen haben sich selbst angesiedelt.

Lassen Sie sich auch hier gerne auf der Bank nieder und kosten Sie von den angrenzenden Beerensträuchern, sofern es die Jahreszeit zulässt.

 

In südlicher und westlicher Richtung des Feuchtbiotops befinden sich einige große Mulch-Beete. Hier bauen wir Gemüse wie Zucchini, Kürbisse und Kartoffeln an. Diese Beete entstehen durch das Aufbringen von bis zu 80cm Heu, direkt auf die Wiesenfläche. Durch den Lichtmangel zieht sich das Gras darunter zurück und es entsteht, auch durch die Verrottung des Heus, ein guter, krümeliger Boden. Ganz ohne Umgraben und Düngen. Nach jeder Wiesen-Mahd werden die Beete ca. 20cm stark nachgemulcht. Durch die zweimalige Mahd der umliegenden Wiesen pro Jahr, können sich dort außerdem viele Wildblumen und Kräuter entwickeln.

Die Trockenmauer aus Sandsteinen bietet vielen Tieren einen Lebensraum und schützt die Heubeete etwas vor Wind.

 

Doch der wirklich große Windschutz kommt erst noch. Unmittelbar nach der Trockenmauer beginnt der 3.000 m² große Mischwald, aus 15 verschiedenen Baumarten. Ist dieser Wald einmal groß, schützt er das Gemüse gänzlich vor den starken West-Winden und sorgt zusätzlich für eine leicht feuchte Luft auf den Mulch-Beeten.

 

Die Pflanzabstände der Bäume sind recht groß gewählt, sodass sich in den letzten Jahren noch weitere Wildgehölze und Bäume dort ansiedeln konnten.

 

Am anderen Ende des zukünftigen Waldes befinden sich unsere ersten Versuchsbeete, die wir mit reichlich Beerenobst eingefasst haben. Hier haben wir vor Jahren auf kleinem Raum getestet, wie man möglichst einfach eine Wiese in ein Beet umwandeln kann. Das Ergebnis dieser Versuche konnten Sie ja schon bei den Heu-Mulch-Beeten betrachten.

Südlich davon befinden sich drei Hügelbeete, die sich mittlerweile schon ziemlich gesetzt haben. Auch ein damaliger Versuch, der jedoch aufgrund des anfangs sehr kargen, ausgelaugten Bodens, nicht wirklich gut funktioniert hat. Hier hätte man den vorhandenen Boden gleich mit Kompost oder angerottetem Mist aufwerten sollen.

 

Ein paar Meter den Pfad entlang, sehen Sie einen geöffneten Kreis aus kleinen Sträuchern. Dies ist ein Experiment mit dem Immergrünen Schneeball (Viburnum rhytidophyllum), zu dessen Lärmschutz-Eigenschaften. Dicht gewachsen, soll das spätere Iglu die umgebenden Geräusche, durch die vielen feinen Haare auf den Blättern, abhalten.

 

Linker Hand des Pfades folgen nun einige einzeln stehende Bäume. Dies sind essbare Großbäume wie Walnuss, Süß- und Sauer-Kirsche und Esskastanien. Auch Rosskastanien und ein Ahorn sind dabei. Die beiden Esskastanien haben im Jahr 2015 erstmals gefruchtet und uns schon feine Speisen bereitet. Diese Bäume sind auch eine gute Möglichkeit, den Klimawandel in unseren Bereichen zu nutzen, da sie heiße Sommer zum Fruchten brauchen und auch Trockenheit gut vertragen.

 

Unterhalb des Aussicht-Hügels befinden sich drei Lehmöfen, die sich wunderbar zum Backen von Pizza und Kleingebäck eignen. Lecker!

Auf dem Hügel selbst befinden sich eine irgendwann einmal sehr stattliche Eiche und eine Aussichts-Bank. Am südlichen Hang haben wir zwei Kräuterterrassen mit Thymian und Lavendel angelegt und in den Nordhang sind zwei Mini-Erdkeller gegraben, die Speisen und Getränke im Sommer kühl halten.

In westlicher Richtung befindet sich eine Kräuterspirale. Baut man diese richtig auf, können dort die unterschiedlichsten Kräuter auf engem Raum gedeihen.

Auch die umliegenden Feldhecken aus größtenteils essbaren Wildgehölzen kann man hier gut beobachten. Sie schützen vor Wind, schaffen Lebensraum und liefern später auch Brenn- und Bastel-Holz.

 

Die kleine Brücke führt Sie über die Landschaft aus Feuchtbiotopen. Das rechte, tiefere Biotop ist leider so tief, dass wir in eine Gesteinsschicht geraten sind. Dort läuft das Wasser nun schnell wieder ab. Da sich aber schon viele Bäume dort angesiedelt haben, änderten wir unseren Plan kurzerhand von „Naturteich“ in „Auenwald“.

Bei dem ganz linken Biotop, südliche der Kräuterterrassen, führen wir einige Versuche mit Faulschlamm als Teichdichtung durch. Der Faulschlamm entsteht durch das Auslegen von frischem Gras-Schnitt, der dann anfangs abgedeckt wird und so zu verfaulen beginnt.

 

Im untersten Bereich des Grundstückes finden Sie nun auch endlich die anfangs erwähnten alten Obstbäume, die schon auf der Wiese vorhanden waren. Diese haben wir mit vielen verschiedenen Obstsorten erweitert. Zwetschgen, Pflaumen, Äpfel und Birnen, alter und robuster Sorten wurden im Herbst 2009 gepflanzt. Seit dem bekommen sie jedes Jahr eine Baumscheibe aus dem anfallenden Heu. Das hält die Wiesen-Gräser zurück, die die jungen Bäume im Wachstum hemmen würden (Achtung: nicht direkt an den Stamm mulchen, da dieser sonst faulen kann).

Auch ein luxuriöses Insektenhotel befindet sich auf der Streuobstwiese. Ebenso wie ein kleines Kompostklo. Dies ist ein Konzept, in dem die Fäkalien in unbedenklichen Kompost umgewandelt werden, anstatt mit viel Aufwand und Trinkwasser in Problem-Abfall.

 

Wir hoffen, Sie hatten eine gute Zeit auf dem Permakultur-Park und konnten sich einige, vielleicht auch für Ihr eigenes Garten-Projekt interessante, Ideen und Anregungen mitnehmen.

 

Es grüßt, die Familie Gampe